Förderung oder Überforderung – Rußpartikelfilter-Nachrüstung in der Kritik

am 13. Mai 2010 wurde eine angepasste Richtlinie zur Förderung der Rußpartikelfilter in Deutschland in Kraft gesetzt. Bis zu 330 Euro Zuschuss wird vom Staat garantiert, wenn der Halter eines PKW, Wohnmobils oder leichten Nutzfahrzeuges bis 3,5 t die Nachrüstung des Rußpartikelfilters umsetzt. Ab dem 01.06. des Jahres können dann die Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz BAFA) eingereicht werden. Auch diejenigen, die bereits vor dem Inkraftsetzens der neuen Richtlinie dieses Schritt gegangen sind, können auf eine nachträgliche Zahlung für die Nachrüstung hoffen. Allerdings zeigt sich die Subventionierung vom Staat als stark limitiert. Finanzielle Mittel für nur 160.000 Nachrüstungen sind im Fördertopf vorhanden und erneut gilt das selbe Prinzip wie bei der sogenannten Abwrackprämie: Nur die ersten profitieren vom Staatsgeschenk. Dem Rest der Fahrzeugbesitzer bleibt die komplette Eigenfinanzierung.

Foto: sualk61

Doch bei dieser Einschränkung und diesem Kritikpunkt soll es nicht bleiben. Die Förderung kann schließlich nur von denjenigen genutzt werden, die auch eine Umrüstung bzw. Nachrüstung umsetzten. Ob dies allerdings geschieht, liegt nicht zwangsläufig am Willen des Fahrzeughalters, denn häufig existieren gar keine Rußpartikelfilter – speziell für seltene Fahrzeuge. Für die Hersteller lohnt sich nämlich oftmals keine Produktion für Nischenfahrzeuge, da die Rentabilität nicht gewährleistet wird. Die Konsequenzen muss der kleine Unternehmer tragen, der ohne Rußpartikelfilter bald nicht mehr alle Umweltzonen in den Städten anfahren darf. Existiert ein Filter und es wird nicht nachgerüstet, sinkt der Wert des Wagens ins Bodenlose, ein Wiederverkauf wird nahezu unmöglich. Spezialrußpartikelfilter können da aber schnell um die 2.000 Euro betragen, obwohl der Restwert des Fahrzeuges meist nicht viel höher ausfällt. Dass die Wagen im Kleingewerbe allerdings bis zum bitteren Ende genutzt werden müssen, damit sich die Sonderanfertigungen rentieren, wurde bei Einführung der Prämie wohl nicht bedacht. So kommt es, dass nun Ausnahmemöglichkeiten angestrebt werden. Gibt es keine Rußpartikelfilter, soll das Befahren der Umweltzonen trotzdem möglich sein – ein Lösung, die städtischen Fahrzeugen ohne Nachrüstung seit je her vorbehalten war.

Abschließend lässt sich noch kritisieren, dass viele Fahrzeugbesitzer von der Förderung und speziell der Limitierung der Förderung nichts wissen. Damit die Bedingungen für alle gleich sind, sollte eine breit angelegt Werbekampagne initiiert werden, in dem man kreative Werbetexte und Slogans entwickelt: Textagentur.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.